Konservatismus

Tristesse Droite

Es gibt viele Wege etwas falsch zu machen. Einer dieser Wege lässt glauben, man marschiere selig in Richtung Ziel, während man sich in Wahrheit immer weiter davon entfernt. Das ist der gefährlichste. Alexander Dobrindts konservatives Manifest gehört zu dieser Sorte Falschheit: Die Idee ist die richtige, aber die Art und Weise lässt zusammenzucken – bevor nur noch Trübsal bleibt.

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Konservatismus

Merkel, Oakeshott und die Ehe für alle

Es scheint zu den Gesetzmäßigkeiten der Bundesrepublik zu gehören, dass Kanzler ständigen Verratsvorwürfen ausgesetzt sind. Doch nicht aus dem Lager der Opposition, sondern aus dem eigenen: Adenauer war zu wenig national, Erhard zu liberal, Brandt ignorierte die Studenten, Schmidt war sowieso eigentlich ein Konservativer, Kohl hat uns den Euro eingebrockt und Merkel – nun ja – die ist ja eigentlich eine Sozialdemokratin. Erzählte man die Geschichte der Bundesrepublik aus der Sicht der hauseigenen Kanzlerkritiker, ergäbe das wohl einen recht absurden Erzählstrang. Rechte, die sich als Linke tarnen, Linke, die sich als Rechte tarnen, solche, die gar nichts sind – und jene, die alles sein wollen. Wenn Sozialdemokraten regierten, saßen eigentlich CDUler auf der Regierungsbank – und umgekehrt. Jede Legislatur würde nach Verrat und Heuchelei riechen. Nein, ein solches Geschichtsbuch möchte man ehrlich keinem Schüler zumuten.

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